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Abfallvermeidung

Abfallvermeidung bedeutet, dass bestimmte Abfälle „von vorneherein gar nicht erst entstehen”, d. h. wenn Material- und Stoffverbräuche insgesamt reduziert und so Ressourcen wie Rohstoffe, Energie und Wasser eingespart und geschützt werden.

Dies kann durch zwei unterschiedliche Strategien erreicht werden:

  1. a) wenn es gelingt, bestimmte Stoffe und Produkte ersatzlos einzusparen bzw. wegzulassen (= Nicht-Produktion)
  2. b) wenn es gelingt, Produkte bzw. Güter länger bzw. mehrfach zu nutzen, zu reparieren und wiederzuverwenden (= Verlangsamung des Stoff- und Materialverbrauches, z. B. durch Mehrwegsysteme, langlebige und reparaturfreundliche Gebrauchsgegenstände).

Die EU und die Bundesrepublik Deutschland haben die Abfallvermeidung im Abfallrecht zur obersten Pflicht erklärt.

Mit den nachfolgenden Informationen möchten wir Ihnen Anregungen zur Abfallvermeidung geben.

Einige Tipps dazu von uns:

Kram oder Kleinod? Was der eine ausmustert, kann oft ein anderer noch gebrauchen. Unter dem Link http://www.duesseldorf.de/umweltamt/abfall/zuschademuell.shtml finden Sie zahleiche Adressen, wo Sie gut erhaltene Möbel, Elektrogeräte, Kleidung, Bücher, Werk- und Spielzeuge oder sonstigen Hausrat spenden, verschenken, tauschen oder verkaufen können.

Weltweit werden jährlich über 600 Milliarden Plastiktüten verbraucht, davon allein in Deutschland etwa 6 Milliarden. Nicht nur Tüten, auch PET-Flaschen, Plastikverpackungen und andere Einweg-Plastikprodukte lassen den Plastikmüll an Land und in den Meeren anwachsen. Neben dem daraus resultierenden Müllproblem belegen Tests, dass viele Kunststoffverpackungen gesundheitsgefährdende Weichmacher enthalten.

Unser aller Ziel sollte es daher sein, den Plastikmüll, insbesondere in Form von Einwegprodukten, gar nicht erst entstehen zu lassen.

  • Nehmen Sie zum Einkaufen einen Korb oder Rucksack, Stofftaschen oder eine Klappbox mit.
  • Ketchup, Öl, Essig und andere Produkte bitte in Glasverpackungen kaufen.
  • Entscheiden Sie sich für Nachfüllpacks, z. B. für Flüssigseife oder Waschmittel.
  • Umverpackungen können Sie vermeiden, indem Sie beim Einkauf darauf achten, vor allem Produkte mit wenig Verpackung zu kaufen. Also weniger Verpackung in der Verpackung. Vor allem Süßigkeiten werden oft dreifach verpackt angeboten.
  • Gerade bei Getränken sind vielfach Mehrwegverpackungen im Handel erhältlich.
  • Am besten frische Sachen in Bioläden, auf Märkten oder an der Frischtheke einkaufen. Warum die eingekauften Lebensmittel nicht in mitgebrachten Beuteln, Dosen und Gläsern transportieren?
  • Packen Sie Pausenbrote oder Tagesverpflegung für Ausflüge in Butterbrot-/Frischhaltedosen ein, die immer wieder verwendet werden können. Das Gleiche gilt natürlich auch für Getränke, die man in wieder verwendbare Trinkflaschen einfüllen kann.
  • Coffee to go liegt im Trend. 2,8 Milliarden Becher müssen pro Jahr in Deutschland entsorgt werden. Das entspricht 28.000 Tonnen Abfall. Fragen Sie daher bei Kaffeehausketten auch nach wieder befüllbaren Mehrwegbechern.

Einwegpfand und eine nahezu vollständige Rücklaufquote bei PET-Flaschen signalisieren uns Verbrauchern, dass wir Gutes tun. Aber:

Nur etwa die Hälfte der zurückgenommenen Plastikflaschen sind gut genug für die Herstellung neuer Flaschen. Große Teile des zerschredderten Plastiks werden nach China exportiert. Wer diesen Plastikmüll vermeiden und auch auf den Kauf von Mehrwegflaschen verzichten möchte, der sollte auf heimisches Leitungswasser setzen. Dieses erhält regelmäßig Bestnoten und kann ohne Bedenken getrunken werden.

Als Mehrwegverpackungen bezeichnet man Verpackungen, die nach dem Gebrauch gereinigt und erneut als Verpackung genutzt werden, wodurch deutlich weniger Verpackungsmüll entsteht. Mehrwegverpackungen schonen durch ihren mehrmaligen Einsatz natürliche Ressourcen und Energie.

Die meisten Mehrwegverpackungen gibt es bei den Getränkeflaschen (Glas oder Kunststoff), weitere Beispiele sind Milch und Joghurt in Glasflaschen.

Wie sehr Mehrwegverpackungen zur Abfallvermeidung beitragen, wird durch ein einfaches Rechenbeispiel deutlich: Ein Mineralwasser-Kasten mit 12 Mehrwegglasflaschen (0,75 Liter), die ca. 53 Mal wieder befüllt werden, ersetzt 480 PET-Einwegflaschen (1,0 Liter). Nach zahlreichen Umläufen werden defekte Mehrwegglasflaschen aussortiert und im Rahmen eines hochwertigen Recyclings ihrem zweiten Kreislauf zur Herstellung neuer Flaschen zugeführt.

Mehrwegflaschen haben darüber hinaus durch die meist regionale Distribution auch kürzere Transportwege. So legen sie auf dem Weg zu den Verbrauchern durchschnittlich nur 258 km zurück, Einwegflaschen mit durchschnittlich 482 km fast die doppelte Entfernung.

Auf die umweltfreundlichen Mehrwegverpackungen wird ein Pfand erhoben. Das Mehrwegpfand ist eine Abgabe auf Flaschen und Gefäße, die nach einer gründlichen Reinigung mehrfach wiederverwendet werden können. Am häufigsten wird es für Getränkeverpackungen erhoben. Aber: Seit 2003 gibt es auch auf Einwegverpackungen ein Pfand. Bei Verpackungen mit Einwegpfand werden die Verpackungen nach der Rücknahme in ihre Grundbestandteile zerlegt und weiterverarbeitet, beispielsweise zu Kunststoffgranulat.

Ob es sich um Mehrweg- oder Einwegverpackungen handelt, lässt sich an der Pfandhöhe erkennen, denn das Pfand ist für Mehrweg niedriger als für Einweg. Der zuverlässigste Hinweis ist aber das Mehrwegzeichen – hier können Sie sicher sein, dass es sich um umweltfreundliche Mehrwegflaschen handelt.

Hier eine Übersicht der verschiedenen Pfandhöhen bei Getränkeverpackungen:

Flasche Pfand
Mehrweg-Bierflasche aus Glas (alle Größen) 8 Cent
Mehrweg-Bierflasche mit Bügelverschluss 15 Cent
Mehrweg-Mineralwasserflasche (Glas oder PET) 15 Cent*
Mehrwegflaschen für Saft oder Softdrinks 15 Cent
manche 1,0-Liter-Weinflaschen 2 oder 3 Cent
alle Einwegflaschen und –dosen 25 Cent

* in Ausnahmefällen auch 25 Cent

Mehrwegzeichen Einwegpfandzeichen

DPG –Logo

(Deutsche Pfandsystem GmbH)

Übrigens: Für einige Getränkeverpackungen wird, auch wenn es sich um Einwegverpackungen handelt, kein Einwegpfand erhoben. Dazu zählen zum Beispiel Verpackungen für Fruchtsäfte, Molkereiprodukte, Wein und Spirituosen. Flaschen mit mehr als 3 Liter Inhalt sind ebenfalls grundsätzlich von der Pfandpflicht ausgenommen.

Rund ums Papier

Verzicht auf Ausdrucke und Kopien

Allein beim Kopieren werden in Deutschland pro Jahr 800.000 Tonnen Papier verbraucht. Wie viel von den gesammelten Papieren brauchen wir denn wirklich? Ein Großteil wandert irgendwann doch ungelesen in den Papierkorb. Mit kleinen Verhaltensänderungen können Sie den Verbrauch erheblich reduzieren.

  • Brauchen Sie bei jedem Vortrag Kopien von allen Folien oder genügt eine Zusammenfassung?
  • Muss die E-Mail oder das Schreiben ausgedruckt werden oder reicht Abspeichern im PC? Drucken Sie beidseitig aus.

Werbeflut reduzieren

  • Mit einem Aufkleber “Stopp! Bitte keine Werbung einwerfen!” reduzieren Sie die Werbeflut im Briefkasten. Bei der AWISTA-Abfallberatung erhalten Sie entsprechende Aufkleber.
  • Lassen Sie sich in die Robinson Liste eintragen, https://www.robinsonliste.de/, eine Schutzliste mit Kontaktdaten von Personen, die keine unaufgeforderte Werbung erhalten wollen.

Verwendung von Produkten aus Altpapier

Verwenden Sie Produkte, die aus Altpapier hergestellt sind. Denn: Der Einsatz von Altpapier bei der Papierherstellung senkt den Energie- und Wasserverbrauch, schont wertvolle Wälder und spart gegenüber der Papierherstellung aus Frischfasern mehr als 2/3 an Energie und Wasser ein, zudem noch zahlreiche Chemikalien und jede Menge klimaschädliches CO2.

Im Hygiene- und Küchenbereich werden besonders viele Produkte aus Altpapier angeboten: Toilettenpapier, Papiertaschentücher, Kosmetiktücher und Küchenrollen. Aber auch für Schule und Büro gibt es Hefte, Zeichenblöcke, Schreibpapier, Kopierpapier, Briefumschläge, Versandtaschen und Etiketten aus Recyclingpapier.

Kreativ Geschenke verpacken

In der Weihnachtszeit wird naturgemäß besonders viel Papier für die Verpackung von Geschenken gebraucht.

Aus den alten Kalenderblättern vom Vorjahr oder aus einer schönen Zeitungswerbung können Sie individuelle und originelle Geschenkhüllen basteln. Braunes Packpapier lässt sich mit Wasserfarben oder mit dem guten alten Kartoffeldruck aufpeppen. Und die Natur bietet Ihnen mit Blumen, Beeren, Zweigen, Blättern, Zapfen oder Gräsern schönes Dekorationsmaterial. Die AWISTA-Abfallberatung hält diverse Tipps für sie bereit, S. Fotos.